1. JULI – 24. Septem­ber 2017
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT

Mal wieder mit Tauben, Regenbogen und blumengeschmückten Gewehren? Die SCHIRN verlässt in einer diskursiven Gruppenausstellung die ausgefahrenen Wege. Internationale Künstlerinnen und Künstler bieten mit ihren Arbeiten eine neue, zeitgenössische Perspektive auf dieses Thema.

UM WAS GEHT ES BEI PEACE?

Frieden ist nicht irgendein Ding, wie ein Stein oder ein Stuhl. Er ist kein Gegenstand, und wer ihn als solchen betrachtet, hat ihn schon verfehlt. Frieden ist vielmehr ein Prozess. Er zeigt sich in Interaktion und Kommunikation – nicht nur zwischen Menschen, sondern zwischen allen Akteuren innerhalb eines Ökosystems. Diese Sicht unterscheidet sich fundamental von der humanistischen Perspektive, die bekanntlich alleine den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Der Fokus richtet sich weg vom Menschen hin zu dessen Umwelt: zum Wasser, zu den Pflanzen, den Tieren, selbst zu den leblosen Dingen. Es geht um die Abkehr von der ausbeuterischen, letztendlich schädlichen Ökonomie, die immer nur den Menschen im Blick hat. Und es geht um eine generelle Kritik am „Herren der Welt“ und seinen Aneignungs- und Verwertungsstrategien.

Die Ausstellung rückt außerdem fundamentale soziale Systeme in den Mittelpunkt, wie die Sprache oder Rituale des Gebens und Nehmens, ohne die das Leben des Menschen überhaupt nicht möglich wäre. All dies wird unter der Perspektive des Friedens neu diskutiert. Dabei ist nicht die Frage, was Frieden ist, sondern wie Frieden geht. Wie man Dinge betrachtet, ohne sie gleich verwerten und ausbeuten zu wollen. Was Flora- und Faunapolitik eigentlich bedeuten. Und und und.

Über die gesamte Ausstellungsdauer werden zahlreiche Live-Events stattfinden. Dazu zählen Vorträge, Lesungen und Poetry-Performances, Tanz und Musik, Geruchsaktionen, Tastings u.v.m. Das gesamte Programm ist auf Partizipation angelegt und wird in Kooperation mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zusammengestellt.

Künstler:

Jan de Cock, Minerva Cuevas, Ed Fornieles, Michel Houellebecq, Surasi Kusolwong, Isabel Lewis, Lee Mingwei, Katja Novitskova, Heather Phillipson, Agnieszka Polska, Timur Si-Qin, Ulay

Eröffnung und Sommerfest Freitag 30. Juni 2017, 19 Uhr
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Eröffnung und Sommerfest

FREITAG, 30. JUNI 2017, 19 UHR

PEACE WEEKEND

SAMSTAG, 1. JULI - SONNTAG, 2. JULI 2017

Lee Mingwei

In den Projekten Lee Mingweis spielen Austausch und das Geschenk eine tragende Rolle.

Katja Novitskova

Mit ihrer Installation PATTERN OF ACTIVATION (planetary bonds) wirft sie die Frage auf, wie eine vollständig technologisierte Zukunft aussehen könnte.

Timur Si-Qin

Er bringt reale und digitale Objekte sowie Bilder unterschiedlichster Quellen zusammen und schafft so neue Sinnzusammenhänge.

Agnieszka Polska

In ihren Videoarbeiten erkundet sie die Bedeutung, Wirkung und Materialisierung von Sprache.

Ulay

Whose water is it? führt auf einfache, visuelle und akustische Weise die Komplexität und Tiefen des Materials Wasser vor.

Minerva Cuevas

Die mexikanische Künstlerin setzt sich in ihrer Arbeit "égalité" kritisch mit der Nahrungsmittelindustrie auseinander.

Isabel Lewis

Mit ihren Occasions bietet Lewis den Besuchern Musik und Tanz, aber auch ganz spezielle sinnliche Duft- und Geschmackseindrücke.

Ein neues Peace-Logo

Aus über 600 Einreichungen hat die Jury das Gewinnerlogo ermittelt.

Heather Phillipson

In der Filminstallation 100 % OTHER FIBRES heißt der Protagonist Gavin – ein Pudel, der aufgrund traumatischer Erlebnisse und Stress nicht mehr existieren will.

Jan de Cock

Für die SCHIRN hat Jan de Cock Skulpturen entwickelt - als ein Geschenk an die Stadt, die Bevölkerung und die Architektur.

Ed Fornieles

Der britische Künstler hat ein Gesellschaftsspiel konzipiert, das apokalyptische und post-apokalyptische Szenarien simuliert.

Michel Houellebecq

Im Salle Clément präsentiert der Künstler seine ganz persönlichen Erinnerungen an einen treuen Gefährten, seinen verstorbenen Hund Clément.

Surasi Kusolwong

Mit Golden Ghost beschenkt der Künstler nicht nur die Besucher/innen der SCHIRN, sondern die gesamte Stadt.